Anarchie

Sanna schreibt in ihrem Gedicht über gesellschaftliche Transformation und die Besinnung des Einzelnen, über die Anarchie als Utopie und den Gedankenwirrwarr im Kopf. 

 

 

In der Veränderung des Einzelnen

Hoffen wir

Die Vorbedingung zu schaffen

Für die Veränderung

Aller

 

 

In der Veränderung der Umstände

Hoffen wir

Die Vorbedingungen zu schaffen

Für die Veränderung

Aller

 

 

Ein „neuer Mensch“

Für eine

„neue Gesellschaft“

für eine

„neue Welt“

Glaubt ein Jemand

Glaubt ein Mensch

Glaubt eine Gesellschaft

Glaubt eine Welt

 

 

Meine Gedanken flitzen

Von Ecke zu Ecke

Von Fenster zu Fenster

Sie drehen sich

Sie ringen um mich

Sie sind weg

 

 

Nichts so fassbar

Wie nichts

Das so fassbar ist

Wie nichts

Das so fassbar ist

Wie du

 

 

Keine Strömung

Ohne Gegenströmung

Keine Strömung

Ohne Wasser

Keine Mühen

Werden blasser

Wenn wir laufen

Bleiben wir nicht stehen

Wenn wir denken

Lernen wir sehen.

Sagst du

Chaos

Ein Durcheinander mit Namen

Ist besser

Als ein Durcheinander

Ohne Adresse

Ohne Ziel

Ohne Verbessern

 

Eine Veränderung

Ist besser

Als ein Bestehen

All dessen

Das Durcheinander bestehen lässt

Ohne Benennen

Ohne Fragen

Mit dem Kennen

Der Grenzen

Und selbst träumen

Ist nur ein Privileg

Denn wir bleiben

Beim aufräumen

 

Anarchie

 

Ein Rückbesinnen

Ist besser

Wenns ein Besinnen ist

Ohne Angst

Ohne Gestern

Ohne Bleiben

Ohne Vergessen

Ein Erinnern

Mit Verändern

 

In meinem Kopf

Herrscht Anarchie

Keiner hört mehr auf mich

Und ich

Ich hör nicht mehr hin

Wenn meine Kopfstimme spricht

Wenn mein Gewissen mich anblickt

Wenn meine Hände zittern

Wenn meine Augen tränen

Wenn mein Herz bricht

Schau ich weg

 

 

In meinem Kopf

Herrscht Anarchie

Jeder für sich

Und das ist okay

Aber passt auch euch auf

Sei kein Individualist

Sage ich

Zu meiner Kopfstimme

Zu meinem Gewissen

Zu meinen Händen

Zu meinen Augen

Zu meinem Herz

 

 

In meinem Kopf

Herrscht Nichts

Der kleine Anarchist

Hat aufgegeben

Sich ergeben

Ich sage

Das ist okay

Mach ne Pause

Aber ergib dich nicht

Denn Ich brauche dich

Kopfstimme

Gewissen

Hände

Augen

Herz

 

 

Ich brauche

Licht

Sagt der kleine Anarchist

Hat die Augen zu

Und legt sich hin

Und hört dabei

Wie du singst

Sagt ich komme

Wenns was bringt

Sagt ich komme

Zu dem Kind

Sagt ich komme

Bis dahin

Und dann springt es

Aus dem Sinn

 

 

Und winkt

Wacht auf

Und singt

Ein Blick auf die Zusammenhänge

Und wir Begreifen

Wie wir alle zusammenhängen

und damit schaffen wir

das Schaffen als Voraussetzung

Für eine Änderung

Der Zusammenhänge

Weil meine auch deine sind.

Begreifst du?

Sage ich

Zu meiner Kopfstimme

Zu meinem Gewissen

Zu meinen Händen

Zu meinen Augen

Zu meinem Herz

 

 

Und der kleine Anarchist schaut mich an

und gibt 

der großen Anarchistin die Hand.

 

 

 

 

Bild: nayrb7 CC